Andrologie

Andrologie bedeutet aus dem Altgriechischen übersetzt „Männerheilkunde“. Dieses Spezialgebiet der Medizin befasst sich mit den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes und deren Störungen. Ein Androloge könnte somit auch als „Männerarzt“ bezeichnet werden, ähnlich wie ein Frauenarzt eben ein Facharzt für Frauen ist.

Erektionsstörung

Die häufigste Ursache für das Aufsuchen eines Andrologen ist die sogenannte erektile Dysfunktion (ED). Darunter versteht man den Zustand, bei dem in einem Zeitraum von mehr als 6 Monaten mindestens 70% der Versuche Geschlechtsverkehr auszuüben (Eindringen des Gliedes in die Vagina), erfolglos sind. Weltweit leiden über 150 Millionen Männer unter ED. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt mit dem Alter zu:  nur etwa 2,3% der 30- bis 40-jährigen Männer sind betroffen, dieser Anteil steigt stetig auf ca. 53% in der Gruppe der 70- bis 80-jährigen Männer.

Der Besuch beim Andrologen beinhaltet ein Gespräch, in dem der Arzt Ihnen symptombezogene Fragen stellt. Die Situation wird offen in allen Aspekten ausführlich besprochen und gemeinsam genau analysiert. Fragebögen, die der Patient bereits vorab beantwortet, sind hilfreich, um der Schweregrad der Erkrankung abzuschätzen. Fragebögen zum Download finden Sie hier: AMS und  IIEF-15. Der Arzt nimmt sich Zeit und hilft Ihnen die eventuell für Sie unangenehmen Schranken bei der Besprechung der intimen Themen zu überwinden. Dem Gespräch folgen eine andrologische Untersuchung sowie die Beratung zu den Therapiemöglichkeiten.

Derzeit stehen mehrere therapeutische Möglichkeiten bei ED zur Verfügung:

  • medikamentöse Therapie (Medikamente aus der Gruppe der sogenannten PDE-5-Hemmer; bekanntester Vertreter: Viagra®)
  • lokale Therapie (ein Medikament in Form eines Gels oder einer Spritze wird direkt am/im Schwellkörper angewendet)
  • Vakuumerektionshilfe
  • Schwellkörper-Implantate (umgangssprachlich „Penisprothesen“)

Die Therapie der ED sollte immer individuell angepasst werden, der Patient muss über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten umfassend aufgeklärt sein. Somit ist ein vertrauensvolles Verhältnis mit einem Facharzt für die weitere Diagnostik und Behandlung der ED unentbehrlich.

Zeugungsunfähigkeit

Die Störung der Zeugungsfähigkeit ist ein weiterer häufiger Grund für einen Besuch beim Andrologen. Derzeit ist in Deutschland jede 6. Ehe ungewollt kinderlos. In 30% der Fälle findet man eine Zeugungsfähigkeitsstörung ausschließlich beim Mann. In 50% der Fälle sind beide Partnern behandlungsbedürftig. Mit anderen Worten: 7% der Männer beschäftigen sich mit dem Thema Zeugungsunfähigkeit im Laufe des Lebens.

Der Arzt führt ein Gespräch sowie eine andrologische Untersuchung durch. Sodann wird in der Regel eine Blutprobe erforderlich, um den männlichen Hormonhaushalt zu untersuchen. Bei unerfülltem Kinderwunsch ist eine Samenflüssigkeitsanalyse (fachsprachlich: Spermiogramm) unverzichtbarer Bestandteil der Abklärung. Der Patient bringt eine Probe mit, die umgehend in einem Labor des urologischen Zentrums Mittelbaden untersucht wird.

Weitere andrologische Erkrankungen und Symptome

Andrologie umfasst deutlich mehr, als nur Erektions- und Zeugungsfähigkeitsstörungen. Des Weiteren gehören zum andrologischen Fachgebiet: